Ein Phänomen das viele frisch gebackene Eltern bei Ihren Babys beobachten können ist, dass Ihre Babys Fäuste machen. Die Hand-, sowie die Fußflächen unserer Babys sind am Beginn ihres Lebens noch die empfindlichsten Stellen am Körper. Sie spüren also sehr schnell und intensiv, wenn dort etwas ankommt.
Wenn Babys Fäuste machen ist das aber ganz normal und ist kein Anzeichen von Unwohl fühlen, Schmerz oder Angst. Es sind natürliche Reflexe die Ihr Baby dazu veranlassen. Sollte es Ihnen Sorgen machen, kann ich Sie hier gleich beruhigen: Das ist völlig natürlich und normal.
Hier finden Sie die Reflexe und die genauen Gründe dafür:
Dieses schnelle und feste Schließen der Hände zu einer Faust ist auf zwei Reflexe zurückzuführen:
Diese Greifbewegung passiert sehr schnell und nicht absichtlich gesteuert. Durch die hohe Empfindlichkeit der Handflächen, sind die Hände von Babys bis ungefähr zur sechsten bis achten Lebenswoche die meiste Zeit geschlossen. Ihr Baby wird auch noch an der ganzen Faust saugen. Erst ab dem zweiten Lebensmonat entdeckt es seine einzelnen Fingerchen und beginnt die Handfläche zu öffnen.
Es ist ein angeborener Reflex. Dieser Reflex wird besonders häufig auch während des Stillens oder dem Fläschchen geben ausgelöst. Während Ihr Baby genüsslich saugt schnappt es dabei einen Finger oder was gerade greifbar ist. Das wird von uns Menschen als liebevolle ”Geste” aufgefasst und löst bei uns positive Gefühle aus.
Wir reagieren auf das Greifen unseres Babys mit liebevoller Zuneigung und Zärtlichkeit. Das intensiviert auch unsere Beziehung zu unseren Kindern und stellt sicher, dass wir uns liebevoll um sie kümmern. Das mag natürlich für die meisten von uns selbstverständlich sein, ist aber evolutionär betrachtet natürlich sehr wichtig. Wer immer das Baby füttert wird so dazu ”motiviert” das wieder zu tun und sichert so das Überleben des Neugeborenen.
In diesen Fällen macht Ihr Baby eine Art umarmende Bewegung. Es beugt sich nach hinten, streckt die Beine weg, die Arme nach außen und dann wieder rasch zurück zum Körper. Dabei werden meist auch die Hände zu einer Faust geballt.
Es wird angenommen, dass in der frühen Menschheitsgeschichte dies für Babys nötig war, um sich an ihre Mama zu klammern.
Beide Reflexe verschwinden spätestens ganz wenn Ihr Baby ein halbes Jahr ist. Die ersten 3 - 4 Monate sind die Bewegungen Ihres Babys oft ausgelöst durch Reflexe oder passieren spontan. Das heißt, sie versuchen noch nicht absichtlich eine gezielte Bewegung auszuführen.
Dennoch werden natürlich die Muskeln bewegt und so auch trainiert. Mit der Zeit merken unsere Babys, dass Ihre Bewegungen etwas bewirken. Anfänglich durch Zufall. Also sie stossen zufällig mit ihren Beinchen am Mobile an, das bewegt sich. Unsere Babys sind meist von den schwingenden Bewegungen des Mobiles fasziniert. Passiert das noch ein paar Mal merken unsere Babys, dass sie die Ursache der Bewegung sind.
Nun beginnen sie es absichtlich zu machen. In dieser Zeit beginnt natürlich auch das absichtliche Greifen. Sie stellen fest: wenn ich die Hand schließe bleibt der Löffel in meiner Hand, wenn ich sie öffne fällt er runter. Das macht den meisten Babys auch gleich eine Menge Spaß.
Das Babys Fäuste machen ist also durchaus normal und gehört zu Ihrer natürlichen Entwicklung dazu. Natürlich kann eine festes und langes Schließen der Hand zu einer Faust auch andere Ursachen haben. Besonders wenn Ihnen vorkommt, dass diese krampfartig sind sollten Sie das sicherheitshalber bei Ihrem Kinderarzt abklären lassen.
Alle Reflexe sowie der gesamte Bewegungsapparat Ihres Babys werden aber schon kurz nach der Geburt und bei den ersten Kontrollen Untersuchungen vom Arzt begutachtet. Hätte es hier Auffälligkeiten gegeben wären Sie also schon informiert. Trotzdem gilt, lieber einmal zu oft nachfragen, bevor Sie sich nächtelang Sorgen machen.