Eine sichere Bindung ist wichtig für fast alle Bereiche der Entwicklung unserer Kinder. Es ist eine Frage, die sich wahrscheinlich viele von uns stellen.
Ihr Kind ist sicher gebunden wenn es:
Von Geburt an senden unsere Babys angeborene Signale. Greifen, weinen, Lächeln oder in die Augen schauen. Das hilft unseren Babys vor allem in den ersten sechs Wochen engen Kontakt zu seinen Eltern aufzubauen. Wenn wir auf diese Signale reagieren, ermutigt das unsere Babys noch mehr in diese Richtung zu handeln. So wird bei beiden die Zuneigung und Nähe gestärkt. Babys werden durch unsere Nähe beruhigt, weil Sie erkannt haben, dass wir auf ihre Signale reagieren. Sie erkennen ihre Mütter an der Stimme und dem Geruch. Das ist allerdings nur eine Vorphase. Unseren Babys macht es noch nichts, wenn sie von einem andern gehalten werden.
Ab der sechsten Lebenswoche bis zum sechsten oder achten Lebensmonat reagieren unsere Babys schon gezielt auf ihm bekannte Bezugspersonen. Also hauptsächlich auf Mama und Papa. Nun merken unsere Babys auch, dass etwas passiert, wenn es was macht. Also, wenn es weint, kommt Mama oder Papa. Wenn es lacht, lachen diese zurück. Unsere Babys lernen sich auf uns zu verlassen und das erste Gefühl von Vertrauen entwickelt sich in dieser Zeit. Aber auch jetzt ist es noch nicht so schlimm, wenn Mama oder Papa aus dem Sichtfeld sind.
Das ändert sich allerdings spätestens nach dem achten Lebensmonat. Bis unsere Kinder ca. zwei Jahre sind, entsteht die sichere Bindung. Unsere Kinder zeigen nun auch das erste Mal Trennungsangst. Das heißt, es wird unruhig wenn wir den Raum verlassen. Auch die Fremdenangst tritt zu dieser Zeit häufig auf. Beides kann sein, muss aber nicht. Das ist etwas temperamentabhängig. Keine Sorge also, wenn Ihr Kind nicht weint weil Sie aus dem Raum gehen oder weil ein Bekannter von Ihnen es hochnehmen will.
Kinder die schon krabbeln oder laufen versuchen dann häufig Mama oder Papa nachzulaufen und Ihnen hinterher zu huschen anstatt zu weinen.
Auf jeden Fall nutzt Ihr Kind nun Sie oder jede andere Person der es vertraut, als sicheren Ausgangspunkt um die Umgebung zu erkunden und neues zu entdecken.
Ab dem Ende des zweiten Lebensjahres fällt es Kindern zunehmend leichter zu verstehen, was passiert wenn wir gehen. Sie wissen auch, dass wir wieder kommen und dass es da so einige Einflüsse auf das ganze Kommen und Gehen gibt. Sie beginnen Zusammenhänge zu verstehen. Da unsere Kinder nun auch schon etwas besser die Sprache beherrschen beginnen sie zu verhandeln, zu bitten und uns zu Überzeugen. Gerade wenn sie merken, dass wir im Begriff sind zu gehen. Sie verstehen nun auch wenn wir ihnen sagen: “Ich muss in mein Büro.” oder ”Wenn es dunkel wird, bin ich wieder da.”.
Je nachdem welche Erfahrungen unsere Kinder in diesen Phasen machen entwickelt sich die innige sichere Bindung. Darüber hinaus ist es unseren Kindern nun auch möglich außer uns Eltern noch eine weitere Bezugsperson als sicheren Hafen zu akzeptieren. Der Beginn des Kindergartens ist also nicht zufällig gewählt, sondern auf diesen Entwicklungsschritt ausgerichtet.
Unsere Kinder haben nun Erwartungen darüber, wer ihnen wann hilft. Dieses innere Konzept ist aber nicht starr und wird immer wieder ergänzt. Schließlich sammeln unsere Kinder immer mehr Erfahrungen, immer mehr Personen werden in den Vertrauenskreis aufgenommen und kommen in Ihr Leben, wie zum Beispiel Geschwister.
Dieses Diagramm zeigt den Umgang mit der eigenen Erfahrung von Eltern sicher gebundener Kindern.
Autonome Eltern:
Erinnern sich an positive und negative Kindheitserlebnisse
Abweisende Eltern:
Insistieren, dass sie sich nicht an Kindheit erinnern können oder sind inkonsistent
Verstrickte Eltern:
Verwirrte und ärgerliche Kindheitserinnerungen, keine kohärenten Berichte
Ungelöste Eltern:
Leiden unter Trauma (Verlust oder Missbrauch)
Sicher gebundenen Kinder fallen folgende Punkte leichter:
Natürlich ist auch der Aufbau einer sicheren Bindung innerhalb Ihres Berufes als Erzieher oder Pädagoge wichtig. Mehr dazu finden Sie in dieser Arbeit.
Seien Sie für Ihr Kind da. Setzten Sie sich mit ihm auseinander. Wenn Sie mit ihm kuscheln, spielen und dafür sorgen, dass es sich sicher fühlt, es essen bekommt, frische Windeln und Schlafen darf, wenn es das braucht sind Sie bestimmt auf dem richtigen Weg. Wir müssen der sichere Hafen sein, der für unser Kind verlässlich da ist. Auch wenn wir vielleicht mal nicht sofort reagieren oder nicht gleich wissen wo der Schuh drückt, ist das keine Katastrophe. Unser Kind soll aber wissen, dass wir da sind und handeln. Im Großteil der Fälle liegen wir nämlich richtig und dadurch machen unsere Kinder die Erfahrung, dass sie sich auf uns verlassen können. Und genau das bedeutet sichere Bindung.