Natürlich wollen wir Eltern nur das Beste für unsere Kinder. Wir wollen ihnen jeden Wunsch von den Lippen ablesen und ihnen sofort erfüllen. Oft habe ich mich selbst schon dabei ertappt, dass ich ein Spielzeug gegoogelt habe, nur weil meine Tochter Interesse zeigte.
Allerdings ist das Erfüllen vieler Wünsche nicht das Beste, was wir für unsere Kinder tun können. Eine bessere Alternative ist eine Erziehung in der Kinder ihre Grenzen erkunden können, in der sie Empathie lernen und in der sie die sozialen Fähigkeiten lernen, die sie brauchen um ein verantwortungsbewusster und starker Erwachsener zu werden.
Wenn es nach unseren Herzen geht, würden wir wohl alle ja sagen. Aber wenn wir die Frage mit Vernunft betrachten gibt es einige Punkte, die dagegen sprechen:
Ja, natürlich. Hier geht es vor allem darum, dass wir unseren Kindern jeden Wunsch erfüllen wollen und so erreichen wollen, dass unsere Kinder glücklich sind. Unseren Kindern Wünsche zu erfüllen ist wichtig und auch für uns schön. Allerdings können wir es dabei natürlich übertreiben.
Kinder brauchen Erfahrungen. Sie müssen zum Beispiel lernen Frust auszuhalten oder Bedürfnisse und Wünsche aufzuschieben. Das ist enorm wichtig für ihre Entwicklung. Unsere Kinder sollten also auch Erfahrungen sammeln wie sie sich in Situationen zurechtfinden, in denen sie sich vielleicht nicht ganz wohlfühlen, sich ärgern oder enttäuscht sind. Das gehört zur Entwicklung dazu und bedarf einiges an Übung. Verwöhnen wir unsere Kinder zu sehr und erfüllen wir ihnen jeden Wunsch, den wir ihnen von den Lippen ablesen, ist die Entwicklung vieler Fähigkeiten erschwert und sogar gefährdet.
Sollten Sie mehr Informationen dazu brauchen, was Sie tun können, wenn sich Ihr Kind über keine Geschenke freut, habe ich hier ein paar Tipps für Sie zusammengeschrieben.
”Ein Kind soll Triebbeherrschung lernen. Ihm die Freiheit geben, daß es uneingeschränkt allen seinen Impulsen folgt, ist unmöglich. Die Erziehung hat also ihren Weg zu suchen zwischen der Scylla des Gewährenlassens und der Charybdis des Versagens.”
Sigmund Freud
Jemanden zu verwöhnen heißt:
Die Grenze ist da schwer festzulegen, ab wann es wirklich zu viel ist. Allerdings gibt es einige Symptome, wie unten aufgelistet, die Sie hellhörig machen sollten und vielleicht die Handhabung der Wunscherfüllung hinterfragen lassen sollten.
Generell ist es auch gut für unsere Kinder, wenn wir ihnen Wünsche erfüllen. Es stärkt die Eltern-Kind-Bindung, schafft positive Erfahrungen und wir schenken unseren Kindern Freude und Spaß. Alles ganz wichtig im Leben unserer Kinder. Aber natürlich gibt es einen Punkt, ab den dasselbe Verhalten dann mehr schlechte als gute Auswirkungen auf unsere Kinder hat. Im ersten Punkt wurden diese schon beschrieben. Nun wenden wir uns aber den Anzeichen zu die unsere Kinder möglicherweise zeigen, wenn wir diesen Punkt überschritten haben:
Hier habe ich nun für Sie mögliche Anzeichen aufgelistet, die Sie an sich und Ihrem Kind beobachten können und darauf hinweisen, dass Sie vielleicht Ihr Kind zu sehr verwöhnen.
Ich habe hier für Sie ein paar Fragen zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können zu erkennen, ob Sie Ihr Kind zu sehr verwöhnen.
Machen Sie sich doch eventuell Gedanken darüber, welche Punkte Sie in ab nun ändern möchten und welche nicht.
Dass es zu negativen Auswirkungen für Ihr Kind kommen kann, haben wir ja schon vorhin beleuchtet. Natürlich können Sie aber auch aktiv dagegen was tun, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Ihr Kind zu sehr verwöhnt haben. Hier meine Tipps:
Um die Selbstverständlichkeit zu ändern, bedarf es viel Geduld und Ausdauer auf beiden Seiten. Erklären Sie Ihrem Kind, was Sie vorhaben und warum sie gemeinsam was ändern müssen. Ihr Kind merkt ohnehin, dass etwas anders ist, also ist es gut, Ihrem Kind auch Ihre Beweggründe und Gedanken zu erklären.
Überlegen Sie sich was genau Sie ändern wollen und wie Sie das machen möchten. Wollen Sie vielleicht Geschenke reduzieren oder wollen Sie Ihrem Kind nicht mehr so viel abnehmen? Egal was, es ist wichtig sich konkrete Gedanken zu machen und ganz genaue Ziele und Wege zu überlegen. Je konkreter, desto erfolgreicher werden Sie sein.
Natürlich ist es hilfreich, wenn Sie das Vorhaben Ihr Kind nicht mehr zu verwöhnen nicht alleine umsetzen, sondern gemeinsam mit Ihrem Partner, den Großeltern und allen wichtigen Bezugspersonen Ihres Kindes. Erklären Sie auch Ihnen Ihr Vorhaben und versuchen Sie sie von der Notwendigkeit zu überzeugen. Erklären Sie ihnen, welche negativen Folgen das Verwöhnen für Ihr Kind haben kann.
Es ist meist sehr hilfreich, wenn Sie Regeln aufstellen an die sich bestmöglich alle beteiligten Halten sollten. Diese Regeln sollten genau definieren, was ab jetzt wie gemacht wird im Umgang mit Geschenken und der Selbstständigkeit Ihres Kindes. Aber auch wann es mal okay ist eine Ausnahme zu machen. Und ganz wichtig in Bezug auf die Selbstständigkeit, was Ihr Kind alleine kann und was eben noch nicht.
Gerade wenn Sie Ihrem Kind bis jetzt viel abgenommen haben und für es erledigt haben, kann es sein, das Ihr Kind einiges an Fertigkeiten und Fähigkeiten aufholen muss. Das geht nicht von heute auf morgen. Sie sollten diese Defizite mit Ihrem Kind gezielt üben. Also zum Beispiel, wenn es sich die Jacke noch nicht zumachen kann, weil Sie das bis jetzt immer übernommen haben, dann wird es Zeit das zu üben, wenn Ihr Kind bereits das entsprechende Alter von ungefähr 4 Jahren hat.
Aber auch wenn Ihr Kind gewohnt war, fast alles zu bekommen, müssen einige Fähigkeiten aufgeholt und geübt werden. Zum Beispiel Geduld oder Frustrationstoleranz. Zum Thema Geduld üben, habe ich hier einen eignen Artikel, der Sie interessieren könnte.
Aber auch generelle Tipps, wie Sie Ihr Kind stärken können, könnten hier für Sie hilfreich sein.
Aus dem Antrieb heraus, das beste für unsere Kinder zu wollen und Ihnen so viele Wünsche wie möglich zu erfüllen, gehen wir Eltern auch oft über unsere eigenen Grenzen ohne es wirklich zu merken. Kindern Wünsche zu erfüllen ist wichtig und schön für uns und unsere Kinder. Aber auch hier ist es wichtig die Grenzen zu kennen und darauf zu achten, wann es zu viel ist.
Es kann schon vorkommen, dass wir über unser Ziel hinausgeschossen sind und wir unsere Kinder zu sehr verwöhnt haben. Gerade auch in Zusammenwirkung mit anderen wichtigen Personen im Leben unserer Kinder. Aber es ist nie zu spät etwas zu ändern und sein eigenes Tun zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren. Wie oben beschrieben, hat es auch starke Nachteile auf die Entwicklung unserer Kinder, aber auch auf uns selbst als Eltern, wenn wir hier die Grenze zu oft überschreiten.